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Konzert für Neugierige am 19.01.2013

Orientalische Klänge mit dem syrischen Klarinettisten Kinan Azmeh kann man bei unserem Konzert für Neugierige am 19. Januar im Gewandhaus hören. Einen kleinen Eindruck bietet ihnen das folgende Video.


Das Programm „Orient“ des Mendelssohn Kammerorchesters Leipzig entführt diesmal die Gäste seiner Konzertreihe „Konzerte für Neugierige“ in die Welt aus tausend und einer Nacht. Unterstützt werden die Orchestermusiker und ihr Dirigent Aurélien Bello dabei vom syrischen Klarinettisten Kinan Azmeh, den Percussionisten Peter A. Bauer und Michael Metzler sowie der Bauchtänzerin Lina.


Die Auswahl der einzelnen Werke stellt einen ganz eigenen Kontrast dar. Werke eines Lullys oder Beethovens, die den Zeitgeist ihrer jeweiligen Epoche aufnahmen und orientalische Kompositionen nach europäischem Verständnis schrieben, korrespondieren mit denen des Syrers Azmeh, der aufgrund seiner Herkunft eine ganz natürliche und originäre Sichtweise auf die faszinierende arabische Kultur hat.


Auswahl der Stücke:
"Marche pour la cérémonie des Turcs" wurde als Bühnenmusik für das Theaterstück "Der Bürger als Edelmann" komponiert, das als Zusammenarbeit von Molière und Lully 1670 entstand. Das Stück spiegelt den damaligen Geschmack der "Turqueries" und entstand nach einem diplomatischen Fauxpas: ein zu Besuch türkischer Botschafter zeigte sich wenig beeindruckt von der französischen Pomphaftigkeit und beleidigte damit Ludwig XIV. Um sich über den türkischen Geschmack zu amüsieren, schlug der Sonnenkönig selbst das Sujet vor und beauftragte Molière und Lully, eine amüsante Komödie zu schaffen. In einem festlichen Akt am Ende des Stückes wird Monsieur Jourdain zum Mamamouchi ernannt und diese Zeremonie wird von einer Festmusik begleitet. Das hier aufgenommene Stück begleitet den Anmarsch des Großen Muftis mit seinem Gefolge.


Die Musik zu "Die Ruinen von Athen" (op. 113) /"Marcia alla Turca"   schrieb Beethoven 1811 auf einer Vorlage von August von Kotzebue. 1808 wurde ein Theater in Pest (Ungarn) gebaut und sollte mit einem Festakt eingeweiht werden. Das Stück erzählt von der Rückkehr der Göttin Athene, die ihre Landsleute auffordert, sich gegen die osmanische Herrschaft zu erheben. In diesem Kontext erklingen mehrere türkische Nummern: neben dem hier ins Programm aufgenommenen "Marcia alla Turca" findet sich auch ein "Chor der Derwische". Die Musik beginnt pianissimo, wächst zum fortissimo und geht zurück ins leise: so bekommt der Zuhörer den Eindruck eines vorbeigehenden Marsches, der dann weiter zieht. Der gleiche Effekt und eine ähnliche Orchesterfarbe (Große Trommel, Triangel, Piccolo) benutzte Beethoven Jahre später bei der Türkenmusik in seiner 9. Symphonie. Für dieses Konzert wurde das Stück für kleines Orchester umgeschrieben und die Schlagzeugpartien mit orientalischen Instrumenten gespielt.

Die „CHATURANGA-Suite“ ist eine konzertante, kurze Version aus der gleichnamigen Ballettmusik. Grundlage zu dieser ist die Geschichte des Schachspiels.

Seine Instrumentierung ist westeuropäisch, die Melodiephrasierung, Rhythmik, der gesamte Gestus eine Mischform aus indischen und arabischen Elementen. In Originalbesetzung spielen Harmonium und das persische Hackbrett Santur die Melodien. Die jüngste Schachforschung favorisiert immer mehr Persien als eigentlichen Ursprung von Schach. Der Begriff Chaturanga allerdings ist Sanskrit und steht für „Vier“ (Chatur) und „Teil“ (Ranga), entsprechend der alten, für 4 Spieler gedachten indischen Spielform (Part I folgt einem Bordum in A). Genauso spekulativ wie die Quellenforschung zur Geschichte des Schachspiels ist die Vorstellung zur Musik aus dieser Zeit und Region. Aber buntgewandete Tänzer und Tänzerinnen bei einem Festbankett am Hofe von Chosrau darf man sich gerne dazu vorstellen. Und: „Schach matt“ ist dem Persischen entlehnt und bedeutet „Der König ist geschlagen“.

 
Moderierend führt Peter Korfmacher kenntnisreich durch das Programm, Dank der Musik- und Kunstschule „Clara Schumann“ und der Sparkasse Leipzig ist für musikalische Kinderbetreuung gesorgt und im Anschluss an das Konzert lädt das Mendelssohn Kammerorchester Leipzig das gesamte Publikum im Leo-Schwartz-Foyer des Gewandhauses zu einem Empfang ein.

Beteiligte:
Mendelssohn Kammerorchester Leipzig
Dirigent: Aurélien Bello
Solisten: Kinan Azmeh / Klarinette; Peter Bauer und Michael Metzler / Percussion
Schüler und Schülerinnen der Freien Grundschule „Clara Schumann“
Gast: Lina / Bauchtanz
Moderation: Peter Korfmacher

Programm:
Jean-Baptiste Lully: Türkischer Marsch
Mohammed Al Wahab: Landmädchen
Peter A. Bauer: Chaturanga-Suite
Wolfgang Amadeus Mozart: Rondo alla turca
Peter A. Bauer: Alcantara
Kinan Azmeh: November 22
Georg Friedrich Händel: Marsch aus Rinaldo
Ludwig van Beethoven: Türkischer Marsch
Michael Metzler: Arabische Suite für Percussion und Streicher
Kinan Azmeh: Wedding

Der Klarinettist und Komponist Kinan Azmeh wurde in Damaskus geboren. Er war der erste arabische Musiker, der einen ersten Preis beim Internationalen Nikolai Rubinstein Wettbewerb in Moskau gewann (1997). Er studierte an der renommierten New Yorker Juilliard School bei Charles Neidich, an der Konservatorium in Damaskus bei Shukry Sahwki, Nicolay Viovanof und Anatoly Moratof und an der dortigen Universität. Zur Zeit promoviert Kinan Azmeh an der Universität von New York City. Kinan Azmeh trat weltweit als Solist, Komponist und Improvisationskünstler in Erscheinung, so in der Opera Bastille in Paris, in der Tschaikowsky Grand Hall in Moskau, in der New Yorker Carnegie Hall, in der Alice Tully Hall, vor der UN Hauptversammlung, in der Londoner Royal Albert Hall, im Teatro Colon in Buenos Aires, in der Philharmonie Berlin, im Kennedy Center in Washington D.C. und im Mozarteum Salzburg. Als Solist war er mit zahlreichen renommierten Orchestern und Ensembles auf, darunter das Orchester des Bayerischen Rundfunks, das West-Eastern Divan Orchestra und Mitglieder der Berliner Philharmoniker. Sehen Sie hier auch ein kleines Video über Kinan Azmeh.

 

25/20/15 Tickets unter: www.gewandhaus.de und an allen Vorverkaufsstellen,
info@mko-leipzig.de, 0341 1270 280, 5 Euro Karten für Schüler und Studenten

Tickets

Kartenpreise:

Preiskategorie I:          28.50€ inkl. VVK

Preiskategorie II:         22.00€ inkl. VVK

Preiskategorie III:       16.50€ inkl. VVK

Gruppenpreise ab 10 Personen in der Preiskategorie I:          22.00€ inkl. VVK

Führungen durch das Mendelssohn-Haus (optional): 3€ pro Person

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Am 9. und 10. Dezember finden die nächsten Konzerte in der Taborkirche Leipzig statt. Auf dem Programm steht Bachs Weihnachtsoratorium. Weitere Infos, auch zu unserer Konzerttournee im Dezember mit der Sopranistin Dorothee Mields, finden Sie in der Rubrik "Konzerte".

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